Slow Food Europa: Die neue Biodiversitätsstrategie der EU muss Bienen und Bestäuber schützen

Da die Europäische Kommission voraussichtlich im März ihre Biodiversitätsstrategie bis 2030 lancieren wird, fordert Slow Food Europa die Kommission dringend auf, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um den Einsatz von Pestiziden und industrieller Landwirtschaft drastisch zu reduzieren, und so den Schutz der Bestäuber zu garantieren.

Im Feedback zu der neuen Strategie, das Slow Food Europa kürzlich veröffentlich hat, wird die Aufmerksamkeit auch auf  landwirtschaftliche Nutzflächen gelenkt, die „Teil der Lösung für die Bekämpfung des Artenschwundes werden sollten.“ Damit einher geht die Forderung an die EU, Bäuerinnen und Bauern beim Übergang zur Agrarökologie zu unterstützen.

Bienen und andere Bestäuber sind ein Grundpfeiler der Biodiversität; dennoch hat der Einsatz chemischer Pestizide zur Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität die Biodiversität im Allgemeinen und besonders die Bienen in eine beispiellose Krise gestürzt. Letztes Jahr berichtete die FAO (Landwirtschafts- und Ernährungsorganisationen der Vereinten Nationen), dass  verschiedenen Bestäuber aufgrund menschlicher Aktivitäten einer 100- bis 1000-mal höheren Aussterberate ausgesetzt sind. Gleichzeitig  räumte die Organisation ein, dass „der biologischen Vielfalt des Planeten ein katastrophaler und irreversibler Schaden zugefügt wurde.”

Obgleich die Europäische Union oftmals als Vorreiter der Nachhaltigkeit gesehen wird, hat die bisherige Strategie zur Erhaltung der Biodiversität viele Ziele nicht erreicht. Die EU hat auf höchster politischer Ebene nicht genug Entschlusskraft und Kohärenz gezeigt, um den Verlust der Biodiversität zu stoppen, wodurch sich die Situation für die land- und forstwirtschaftlichen Ökosysteme verschlimmert hat.

Slow Food Europa ist der grundlegenden Überzeugung: Die EU muss den Weg ebnen und bei der Politik zum Schutz der Biodiversität eine führende Rolle einnehmen – das gilt auch für den Schutz von Bienen und anderen Bestäubern. Diese sind absolut unerlässlich für Landwirtschaft und Ernährung, da rund 75% der weltweiten Nutzpflanzen auf die Bestäubung durch Tiere angewiesen sind.

Im Januar hat sich Slow Food Europa der Europäischen Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten” angeschlossen, die zu einer treibenden Kraft beim Wandel der Landwirtschaft werden kann, indem sie die Bäuerinnen und Bauern auf dem Weg zu einem Landwirtschaftsmodell unterstützt, das auf agrarökologischen Prinzipien basiert und die Biodiversität fördert.

Slow Food Europa fordert die Europäische Kommission gemeinsam mit anderen Organisationen der Zivilgesellschaft auf, bis 2035 einen schrittweisen Ausstieg der EU-Länder aus synthetischen Pestiziden durchzusetzen, Maßnahmen zur Erholung der Biodiversität in landwirtschaftlichen Gebieten zu ergreifen und die Bäuerinnen und Bauern beim notwendigen Übergang zur Agrarökologie und zum biologischen Anbau zu unterstützen. Wenn die Petition „Bienen und Bauern retten” bis September 2020 eine Million Unterschriften sammelt, müssen die Europäische Kommission und das Europäische Parlament unseren Forderungen nachkommen und ein Gesetz dazu erlassen.

Helfen Sie uns, dieses Ziel zu erreichen. Retten wir Bienen und Bauern. Retten wir die Biodiversität Europas.

Sie können die Initiative hier unterzeichnen: https://old.slowfood.com/save-bees-farmers/.

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